Foodsharing – ein neuer Trend gegen die Lebensmittelverschwendung

25. Juni 2012

Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen an Unter- oder Mangelernährung. Allein in Europa werden so viele Lebensmittel weggeworfen, mit denen man die ganze Weltbevölkerung ernähren könnte. Überproduktion, Wegwerfgesellschaft und zu hohe Ansprüche der Verbraucher führen dazu, dass jedes Jahr Unmengen an Lebensmittel verschwendet werden. Eine mögliche Lösung, um diesen Wahnsinn zu stoppen lautet Foodsharing, also das Teilen von Lebensmitteln.

Neu ist die Idee nicht. Seit einigen Jahren gibt es in den USA, Großbritannien und Kanada Organisationen, die sich darauf spezialisiert haben, Essen zu teilen. Dabei handelt es sich meistens um Bauernverbände, die überschüssiges Obst und Gemüse, was nicht verkauft werden kann, kostenlos zur Abholung bereitstellen. Mit „nicht verkauft werden kann“ ist natürlich nicht gemeint, dass es beschädigt oder gar verschimmelt ist – im Gegenteil.

Entspricht der Krümmungsgrad der Gurke nicht der entsprechenden Handelsklasse, die Farbe der Tomaten nicht dem vorgegebenen Rotton oder sind die Blätter des Salatkopfes zu stark gewellt, landen sie normalerweise im Müllcontainer. Was völlig absurd erscheint, ist hierzulande pure Realität und Ergebnis langer Verbraucherstudien. Mit anderen Worten: ist uns die Salatgurke zu krumm oder die Banane zu gerade, kaufen wir sie nicht, ergo entsorgt es der Bauer oder Supermarkt. Gleiches gilt für beschädigte Verpackungen o.ä.

Foodsharing.de ist eine, noch im Aufbau befindliche, Internet- und Smartphone-Plattform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, der Wegwerfgesellschaft ein Ende zu bereiten. Dort können sich Privathaushalte, Händler und Erzeuger anmelden und überschüssige Lebensmittel anbieten – kostenlos versteht sich. Die zu verschenkenden Lebensmittel werden in einer Datenbank eingetragen. Der Nutzer wird dann via Email über aktuelle Angebote in seiner Umgebung informiert und kann sich die Ware direkt beim Anbieter abholen.

Inspiration holten sich die Gründer übrigens beim Filmemacher und Buchautoren Valentin Thurn und dessen Dokumentarfilm „Taste The Waste“, der letztes Jahr in die deutschen Kinos kam.

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"Foodsharing – ein neuer Trend gegen die Lebensmittelverschwendung" wurde geschrieben von Stephi.

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