Fisch beim Discounter – nachhaltig oder nicht vertretbar?

1. November 2012

Einmal im Jahr schwärmen etliche Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace bundesweit in die Supermärkte und Discounter aus, um dort einen Tag lang seitenweise Tabellen auszufüllen. Die Mission: Das Fischsortiment der großen Supermarktketten unter die Lupe nehmen. Das Ziel: Den jährlichen Fischratgeber erstellen und in einem Supermarktranking aufzeigen, wie nachhaltig die jeweilige Einkaufspolitik deutscher Handelsketten aussieht.

Stundenlang werden sämtliche Regale und Kühltheken durchforstet. Ewig haltbare Fischkonserven, vermeintlich frischer Fisch, in Plastik eingeschweißter Lachs, Rollmöpse aus dem Glas, panierte Fischstäbchen, kurzum: alle Fischprodukte werden peinlich genau inspiziert und dokumentiert. Aufgeschrieben wird zum Beispiel, was das jeweilige Fischprodukt enthält, was auf die Packung gedruckt ist, wo der Fisch herkommt usw.

Sind die gesammelten Daten erst einmal ausgewertet, werden sie in dem jährlichen Greenpeace Supermarktranking sowie im Fischratgeber veröffentlicht. Dort findet man dann alle wichtigen Informationen rund um die Fischwaren der jeweiligen Supermärkte und Discounter. Zu den Kriterien zählen u.a. die Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der Produkte, die Transparenz und Kundeninformationen sowie die nachhaltige Sortimentsgestaltung. Ketten mit einer vorbildlichen Einkaufspolitik werden grün markiert, mittelmäßige orange und schlechte rot. Bisher befinden sich alle getesteten Märkte im orangen Bereich.

Eine kurze Übersicht der Ergebnisse aus dem letzten Jahr sehen Sie hier, die ausführliche Auswertung können Sie auf der Greenpeace-Seite weiter unten als PDF-Datei herunterladen.

Zwar schneiden alle Supermärkte in der Gesamtwertung durchschnittlich ab, jedoch haben diese durchweg Fischsorten in den Tiefkühlregalen liegen, die alles andere als nachhaltig gefangen werden. So werden beispielsweise die meisten Schollen, Rotbarsche oder das gerne für Fischstäbchen verwendete Alaska Seelachsfilet vorwiegend aus den Weltmeeren gefischt. Der Kauf von solchen Wildfangprodukten ist eigentlich nicht vertretbar. Gleiches gilt für Thunfisch. Beim Thunfischfang werden nicht selten Delphine und sogar Wale in den riesigen Fangnetzen an die Oberfläche gezogen. Die verletzten Tiere werden zurück ins Meer geworfen oder sterben noch im Netz einen qualvollen Tod.

Als vertretbar gilt hingegen der Kauf von Forellen oder Karpfen. Diese Fische werden zu Teil in ökologischen Aquakulturen und Teichen gezüchtet und nicht aus dem Meer gefischt. Ausführliche Informationen zu dem Fischangebot in unseren Supermärkten finden Sie im aktuellen Greenpeace-Fischratgeber. Diesen können Sie ebenfalls als PDF herunterladen.

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"Fisch beim Discounter – nachhaltig oder nicht vertretbar?" wurde geschrieben von Stephi.

    Kommentare

  • Regionale Produkte besser erkennen schreibt,

    […] Siegel der Anbauverbände oder Deklarationen, die auf Fairtrade, also fairen Handel oder nachhaltigen Fischfang, wie das MSC-Siegel, hinweisen sollen ist scheinbar […]


  • Neuer Fischratgeber ist da! schreibt,

    […] Jedes Jahr auf´s  Neue bringt Umweltorganisation Greenpeace den Fischratgeber heraus.Darüber berichteten wir bereits vor gut zwei Jahren. […]


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