Was ist Functional Food?

20. Dezember 2012

Functional Food bedeutet „funktionelle Nahrung“ und bezieht sich auf Lebensmittel, die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben sollen. Um diesen Effekt zu erzielen, setzen die Hersteller ihren Produkten zusätzliche „gesundheitsfördernde“ Inhaltsstoffe zu, wie zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe oder Bakterienkulturen zu. Nehmen wir diese Produkte dann zu uns, tun wir unserer Gesundheit und unserem Körper etwas Gutes, so versprechen es zumindest die Hersteller, die mit gesundheitsbezogenen Werbeslogans auf den Packungen, den sogenannten Health Claims, den Verbraucher zum Kauf animieren wollen.

So weit so gut. Das Hauptproblem bei der Verwendung sogenannter Health Claims ist allerdings, dass Sprüche wie „Fördert das Wachstum“ oder „Gut für die Verdauung“ oft wissenschaftlich unzureichend bis gar nicht belegt sind. Der Verbraucher wird beim Kauf einer Tafel Schokolade, die sich angeblich positiv auf den Blutdruck auswirkt, ganz klar in die Irre geführt. Neben der Tatsache der Verbrauchertäuschung steht zudem ein weiterer, wichtiger Punkt in Verbindung mit Functional Food. Oftmals wird zu Produkten mit einem besonders hohen Vitaminanteil gegriffen, obwohl der Konsument diese gar nicht benötigt. Es kann so zu einer gesundheitsschädlichen Überdosierung kommen. Erst recht, wenn gleich mehrere Functional Food Produkte konsumiert werden. Im Folgenden haben wir die Klassiker unter Vertretern von Functional Food für Sie zusammengefasst.

Activia und Actimel

Was kann man gegen einen aufgeblähten Bauch tun? Vera Int Veen verrät es uns in einem TV-Spot! Activia essen! Jeden Tag einen Joghurt und man  profitiert von einem verbesserten Darmwohlbefinden, eine regulierte Verdauung, einen reduzierten Blähbauch und ein gutes Bauchgefühl, das verspricht zumindest Hersteller Danone. Auch der Drink Actimel soll wahre Wunder wirken. Der Slogan „Actimel aktiviert die Abwehrkräfte“ ist allerdings bereits in vielen Ländern verboten. Was ist also dran an der versprochenen Wirkung?

Becel pro.activ

Bei diesem Produkt handelt es sich um eine Margarine aus dem Hause Unilever, die sich angeblich auf den Cholesterinspiegel auswirken soll. Laut Hersteller kann das Streichfett einen erhöhten Cholesterinspiegel um zehn Prozent senken. Doch wie wirkt sich das Produkt auf Menschen mit einem normalen Cholesterinspiegel auf? Es besteht der Verdacht, dass die zugesetzten Stoffe (Pflanzensterine) Ablagerungen in den Gefäßen verursachen und damit das Risiko auf Herzkrankheiten erhöhen.

Cerealien und Müslis

Namenhafte Hersteller wie Nestlé oder Kellog´s werben mit ihren Müslis und Cornflakes, welche mit einer Extraportion Vitaminen und wertvollem Eisen angereichert sind. Verspeist man jeden Morgen eine Schüssel der wunderwirkenden Cerealien, werden sich die positiven Effekte wie mehr Aktivität, Vitalität und sogar Harmonie bemerkbar machen. Mal abgesehen davon, dass es fraglich ist, wie Unmengen an Zucker zu mehr Harmonie führen sollen, können die zugesetzten Vitamine schlimmstenfalls dem Körper schaden, denn zu viel Vitamin A etwa kann zu Schwindel und Erbrechen führen, zu viel Kalzium zu Blutdruckabfall und Nierensteinen.

Light-Produkte

Von fast jedem Lebensmittel gibt es mittlerweile eine Light-Version, egal ob Cola, Butter, Joghurt oder Schokolade. Der Aufdruck „Light“ suggeriert Leichtigkeit, weniger Kalorien und somit gesund. Der Verbraucher greift also guten Gewissens zu der kalorien- oder zuckerreduzierten Variante des Produktes, denn leichter ist besser. Die Wahrheit ist aber, dass die meisten dieser Lebensmittel und Getränke zwar kein Zucker enthalten, dafür aber zum Teil bedenkliche Zuckeraustauschstoffe wie Aspartam. Normalerweise fetthaltigen Lebensmitteln, wie Butter werden synthetische Fette (z.B. Olestra) zugesetzt. Diese zeigten im Versuch an Ratten, dass Produkte mit Fettersatzstoffen auf Dauer eher dick statt schlank machen.

Milchschnitte und Co.

Die Milchschnitte wird aufgrund des Milchanteils als gesundheitsfördernd beworben. Zudem stelle sie eine Alternative zum Pausenbrot oder leichte Zwischenmahlzeit dar. Fakt ist aber, dass die süße Schnitte aus 60 Prozent Fett und Zucker besteht, was alles andere als gesundheitsfördernd ist. Aus diesem Grund hat die Milchschnitte im vergangenen Jahr den Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge des Jahres 2011 eingeheimst. Ähnliches Beispiel sind die Bon Bons Nimm2 von Storck. „Vitamine und Naschen“ werden versprochen, ein Zuckeranteil von 2/3 wird geboten.

Die irreführenden Aussagen auf Lebensmitteln haben allerdings seit dem 14. Dezember ein Ende. Bereits seit 2008 prüft die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) tausende von Slogans, die sich auf die Gesundheit beziehen. Von den tausenden Health Claims werden künftig gerade mal 220 zulässig sein werden. Mehr als 1.600 gängige Slogans müssen bis Dezember 2012 von Lebensmitteln verschwunden sein. Etliche Hersteller müssen nun die abgelehnten Health Claims von Verpackungen entfernen. Den europäischen Verbrauchern soll das beim Einkauf mehr Sicherheit geben. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze in unserem Discouter-Blog oder bereits jetzt in unserem Newsletter!

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"Was ist Functional Food?" wurde geschrieben von Stephi.

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